Tatorte 2016

Bei der Quartiers Ausstellung »Tatorte« präsentierte conhereos diesmal Projekte der Werkgruppe »Shelter«. Kai Pelka ergänzte die Bauten mit dokumentarischen Fotoarbeiten.

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Kunst und Shelter?

Ein Werksschwerpunkt von conhereos bilden imaginäre Schutzräume, sogenannte »Shelter«, die Rückzugszonen im Öffentlichen Raum anbieten.

Ein »Shelter« ist zunächst als ein architektonisches Angebot zu verstehen, ein Versuch Menschen mit einer möglichst offenen, künstlerischen Praktik, in einen ebenso kontextfreien Handlungsraum einzubeziehen. In thematischer, wie auch auf methodischer Ebene versuchen wir Orte zu generieren, die Formen für eine soziale Interaktion anbieten. Somit sind in unserer begrif ichen De nition »Shelter« Objekte der Begegnung und Zusammenkunft.

Dabei stellt Kommunikation nur eine mögliche Form von öffentlicher Begegnung dar, ebenso ist das Beobachten, als auch das Beobachtet werden ein wichtiger gesellschaftlicher Bestandteil im urbanen Raum.

Auf der Suche im urbanen Raum…

Die Nutzung eines Raumes oder die seiner Aneignung versteht sich als ein dyna- mischer wechselseitiger Prozess. Wir erstellen zunächst mit Recherchen kontext- refIexive Arbeitsstrategien im Verständnis einer, meist spekulativen Rekonstrukti- on. Dabei werden die bestehenden sozialen Horizonte der Umgebung maßgeblich einbezogen.

Das Objekt…

Eine Nivellierung der bestehenden Ambivalenz eines »Shelter« zwischen seiner deutlich optischen Positionierung im öffentlichen Raum und in seiner potentiel- len Funktion, als Ort der Geborgenheit kann gerade durch eine primär funktions- freie Architektur erzielt werden. Die künstlerische Ausgestaltung eines »Shelter« erfordert jedoch eine absolute Prägnanz im Sichtbaren und will sich zugleich einer vordergründigen Entzifferung entgegenstellen.

Daher macht die solitäre Gegenständlichkeit der »Shelter« neugierig, fordert auf, sie sofort zu nutzen. So tragen die entworfenen Aussichtsplattformen, Farblichtka- binen oder Entspannungszonen sekundäre Potentiale der Gemeinschaftsbildung in sich und wirken in ihrer partizipatorischen Nutzung kollektiv.

Urban Spotting im Shelter und die Heterogenität der Gegenwart wahrnehmen, – um diese entdeckten Fragmente für sich verändert und neu zu sortieren,
– für den kurzen Moment der eigenen Neuordnung.

 

 

 

 

 

Category Allgemein